Servus,
es ist Sonntag, ja erstaunlich der schöne Sonntag wird heute in Regentag umbenannt, denn mit Sonn(e) hat dieser Tag leider bisher nicht all zu viel gemein.
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Doch wir wollen nicht jammern, schliesslich kann an solch einem Tag auch viel gemacht werden. Neben den üblichen Aufgaben des täglichen zu Hin- und Herräumens, können verschiedene Projekte vorbereitet werden. Immerhin ist es doch so, wenn wie aus Eimern schüttet, ist es nicht unbedingt empfehlenswert mit der Kamera in der Natur herum zu rennen. Sicher wenn die Kamera voll regengeschützt ist, wäre ein Exkurs machbar, doch über einen längeren Zeitraum ist dies auch nicht sehr von Spaß geprägt.
Leichter Regen hingegen würde nicht so viel machen, denn hier besteht die Möglichkeit, dass durchaus durch kleinere Lücken ein Sonnenstrahl durchkommt und für spektakuläre Regenbögen sorgt. Dies ist bei Starkregen zwar auch möglich, dennoch ist zugegebenermaßen die Wärme in der Wohnung viel angenehmer als prasselndes Nass von oben.
Ist man glücklicher Balkon-, Terrassen- oder Gartenbesitzer und die Pflanzen blühen und gedeihen, dann kann man direkt vom Fenster oder der Tür aus Fotos erstellen, welche durchaus ihren Reiz und Charme haben können. Ausserdem ist es eine gute Übung für das regelmässige Fotografentraining.

Worauf ist zu achten, wenn Regen bzw. die Regentropfen fotografiert werden.

Dies kommt natürlich in erste Linie darauf an, was fotografiert werden soll. Sind die einzelnen Regentropfen gewünscht, muss die Belichtungszeit kurz sein. So ein Regentropfen bewegt sich etwa wie ein Auto in der 30er Zone, vorausgesetzt es stürmt nicht zusätzlich, denn dabei können noch zusätzliche Geschwindkeiten durch den Wind hinzukommen.
Sehr hilfreich ist es ebenfalls, wenn Blitzgeräte eingesetzt werden können. Direkt frontal angeblitzt ist zwar nett. Viel effektvoller wird es jedoch, wenn die Blitze aus verschiedenen Richtungen kommen. Beim Einsatz von Blitzen können auch längere Belichtungszeiten genutzt werden, da ein Blitz die Eigenschaft hat Bewugungen zu fixieren. Ihr kenn den Effekt von Stroposkopen. Wenn sich eine Person, egal wie schnell bewegt, dann wirkt sie durch das Stroposkop als würde sie sich nur „Bild für Bild“ bewegen. Auch wenn sie sich effektiv in jedem einzelnen Lichtblitz bewegt, so nimmt das Auge diese Bewegung nicht wahr. Dieser Effekt ist direkt auf die Fotografie übertragbar.
Die Abstimmung der Belichtungszeit mit dem Blitz muss so angepasst werden, dass ein einheitlich ausgeleuchtetes Foto entsteht. Naturgemäß stellt eine Kamera eine schnelle Belichtungszeit ein, so dass das angeblitzte Objekt korrekt belichtet wird. Dadurch passiert es jedoch, dass der Hinter- und Vordergrund falsch belichtet sind. Meist ist es so, dass der Hintergrund zu dunkel ist, da hier der Blitz nicht hinkommt und der Vordergrund überbelichtet ist, da dieser das volle Paket Licht abbekommt.
Dies lässt sich durch mehrere Methoden abdämpfen. Ganz wichtig ist hierbei die das die verschiedenen Werte in der Kamera eingestellt werden. Dies kann durch die Blendenöffnung, die Belichtungszeit und dem ISO geschehen. Moderne Blitze lassen sich in der Leistung einstellen. Was genau auf das Motiv passt muss ausprobiert werden. Auch der Abstand zu Motiv ist entscheidend.

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Eine weitere Möglichkeit, neben den Kamera- und Blitzeinstellungen ist die Art wie das Blitzlicht zum Motiv kommt. Dies kann durch indirektes Blitze über einen Diffusor, eine Wand oder Decke passieren. Ein Diffusor macht das Blitz licht sanfter, es ist also nicht ein „dickes Paket“ aus Licht, welches wie ein Wasserkübe, auf das Motiv platzscht, sondern wie eine Art Dampf der das Objekt sanft umhüllt.
Wird, wie beim Billard über Bande gespielt, so wird der Blitz an einer großen Fläche reflektiert, dies für ebenfalls zu einer wesentlich verteilteren Lichtfläche, die das Motiv weicher ausleuchtet. Dieser Effekt ist vergleichbar mit einem Wasserstrahl der auf eine Fläche trifft und sich in alle Richtungen verteilt und dadurch nicht mehr so hart ist.

Kann der Kamera interne Blitz genutzt werden?

Ohne Zweifel ist dies möglich. Dabei muss nur eines beachtet werden. Der intere Blitz ist eine noch wesentlich kleinere Lichtkanone, als ein Aufsteckblitz. Dies könnt Ihr vergleichen mit einer Kanone und einer Pistole. Eine Kanonenkugel ist im Vergleich recht groß und trifft eine große Fläche, hat also deutlich mehr Auswirkung. Eine Pistolenkugel ist etwas kleines und somit schärferes. Beim Auftreffen ist wesentlich weniger Fläche betroffen. Wird eine Mauer beschossen, dann richtet das kleinere Geschoss wesentlich weniger Schaden an als das große. Während die kleine Kugel Minimalen Schaden hinterlässt ist am Auftreffpunkt jedoch deutlich mehr Licht vorhanden. Die Kanonenkugel richtet mehr Schaden an, wodurch eine wesentlich größere Fläche ausgeleuchtet wird.

Ihr seht schon, werden solche Dinge bildlich durchdacht wird es wesentlich verständlicher.

Wird das Blitzlicht nicht mittels obengenannten Methoden weicher gemacht, werden Schlagschatten im Foto erzeugt, diese schauen nicht sehr schön aus. Es ist zwar in der Nachbearbeitung möglich diese Schatten abzumildern, jedoch sollte darauf geachtet werden, dass vorab schon für so wenig Nachbearbeitung wie möglich gesorgt wird.

Zurück zum Regen.

Regen fotografieren kann spannend sein, da hier viele Komponenten zusammenkommen. Je nach gestalterischem Wunsch kann es auch schön sein, den Regen als Striche darzustellen. Hierbei wird kein Blitz eingesetzt, da dieser die Strichbildung zunichte machen würde, ausser die Kamera belichtet nocht kurz nach, dann jedoch wären die Striche unter dem, durch den Blitz, fixierten Tropfen. Bei den meisten Kamera lässt sich jedoch bestimmen wann der Blitz auslösen kann. So wird dieser nicht am Anfang bzw. während des Belichtens, sondern am Ende des Belichtens ausgelöst. Wie Ihr sehen könnt stellt das Auslöseverhalten auch ein Gestalterisches Mittel dar.

Ein verregneter Sonntag ist also durchaus spannend für Fotografen.

Ich wünsche Euch allen dadraussen einen schönen Sonntag, interessante Fotos und vergesst bei der ganzen Fotografierei nicht Euch zu entspannen, denn die neue Woche kommt ganz bestimmt.
Solltet Ihr ein tolles Regenfoto geschossen haben freue ich mich über Euren Beitrag in der Community.
Gruß
Bernd