Muss immer nur das gesamte Foto scharf sein oder können Bildelemente aus anderen Schärfeebenen das Foto positiv beeinflussen?
Unschärfe als Stilmittel in der Fotografie sind so nicht mehr wegdenkbar. Sie verleihen den Fotos eine enorme Tiefe und ziehen den Betrachter direkt in das Geschehen.
Besonders interessant ist die Zeichnung unscharfer Elemente im Vergleich zum scharf abgebildeten Hintergrund. Es ist also mehr eine Frage des in Szene setzen, als ob so etwas genutzt werden kann oder sollte. Unscharfe Elemente im Vordergrund können auch als Störer bezeichnet werden, welche ein Bild durchaus in seiner Wirkung steigern.
Der Gewinn an Kreativität und Wirung des Fotos ist enorm. Ebenfalls können unschöne strukturlose Bereiche im Foto belebt werden.
Schauen wir uns dazu die folgenden Fotos an, welche alle mit einem 70-200 f2.8 Objektiv aufgenommen wurden.
Hier sehen wir einen Apfel im Vordergrund als unscharfer Störer, welcher vor andere Apfelbäume platziert wurde. Im Prinzip wäre dieses Foto komplett misslungen, würde sich das Motiv nicht entsprechend harmomisch einfügen und dadurch eine Wirkung erzeugen, die Fragen offen lässt.
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Vor allem bei Naturaufnahmen hat diese Art der Fotografie einen ganz besonders schönen Einsatzbereich gefunden.
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Ebenfalls als themenorientierte Umrahmung findet die Unschärfe ihren Sinn in der Fotografie.
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Weniger interessante Bereiche können so sehr einfach verdeckt werden.
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Einen Hauch von ländlicher Romatik lässt sich auf diese Art sehr künstlerisch erzeugen.
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Die Tiefenwirkung kann immens gesteigert werden.
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Überhaupt ist das Farbenspiel und die sanften Übergänge sehr hübsch anzuschauen.
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Ein Foto bekommt mit Hilfe der unterschiedlichen Schärfen einen strukturierten Aufbaue, der gänzlich untergehen würde, wenn alles scharf abgelichtet worden wäre.
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Mit unterschiedlichen Schärfeebenen kann das Auge des Betrachters zum eigentlichen Motiv geführt werden. Dies wirkt genauso stark wie die Führung mit Licht, Kontrasten oder Linien, wie folgendes Foto verdeutlicht.
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Unterschiedlich gesetzte Schärfeebenen lassen die Wirkung eines Fotos direkt beeinflussen.
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Herrlich diese malerisch verträumte Art der Fotografie.
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Auch die Verwendung unterschiedlicher Brennweiten führt in Kombination mit den Unschärfen zu gänzlich unterschiedlichen Bildsprachen, obwohl das Hauptmotiv, dass gleiche ist.
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Mit Hilfe langer Brennweiten lässt sich der Bildeindruck stauchen. Weiter entfernte Objekte wirken plötzlich sehr nah bei einander, was durch die Nutzung einer offenen Blene und der dadurch verstärkten Vordergrundunschärfe wieder zu mehr Tiefe führt und den Betrachter regelrecht ins Bild hineinsaugt.
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Die Führung mit Linien und Unschärfen zum Hauptmotiv ist ein tolles Stilmittel.
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Das Lichtspiel in den unscharfen Bereichen stellt ein simple dennoch überzeugende Bildgestaltung dar.
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Durch unscharfe Bereiche kann mehr Intimität erzeugt werden. Dies zeigt das nachfolgenden Foto, hier ist die Intimität der Zweisamkeit gleich spürbar stärker, als würde rechts, nichts oder alles scharf sein.
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Geschichten können vollendet werden, wenn die passenden Elemente genutzt werden, die die Erzählung vervollständigen.
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Mehr Tiefe durch unscharfe Bildführung.
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Wenn die Fotos Euch gefallen und inspiriert haben, würde ich mich über Eure Kommtare im Anschluss freuen.